Junge Neu-Frankfurter lassen sich sogar zu "Äppler" hinreißen, was wir allerdings nicht so schön finden.
Wie auch immer Sie ihn bezeichnen, ein guter "Schoppe" ist ein Genuß - und das seit Jahrhunderten. Gekeltert werden im Oktober frische Äpfel von den Streuobstwiesen der Frankfurter Umgebung (Taunus, Maintal, Wetterau, Odenwald). Aus ca. 3 Zentner Äpfeln entstehen so durch Pressung der Maische und Gärung rund 100 Liter goldener Apfelwein. Zunächst als Süßer - die Lagerung besorgt dann den weiteren Reifegang: über den Rauscher - zum Hellen - zum Neuen. Der alsbald dann wieder der Alte ist. 2005 wurden so allein in Hessen ca. 70 Millionen Liter Apfelwein hergestellt. Na dann Prost.
Getrunken wird aus dem "Gerippte"
Natürlich kann man Apfelwein aus irgendeinem Gefäß trinken. Aber es wird wohl kaum jemand entgangen sein, daß Apfelwein aus einem speziellen 0,3-Liter Glas genossen wird. Dem so genannten "Gerippten". Gerippt deshalb, weil das Glas außen eine rautenförmige Rippenstruktur aufweist.
Es ranken sich einige Legenden um dieses griffige Muster - aber nichts genaues weiß man nicht. Vielleicht entsprang es vor etwa 300 Jahren nur der Laune eines Herstellers. Fakt ist, daß diese Glasform ausschließlich für Apfelwein benutzt wird.
Sollten Ihnen 0,25 l oder gar 0,5 l Versionen begegenen, dann ist das ein Frevel, über den wir gnädig das Deckmäntelchen des Schweigens legen.
Serviert wird aus dem "Bembel"
Wer kennt sie nicht, diese graublauen Steinzeugkrüge, genannt "Bembel". Es gibt sie auch in kleineren Größen, bspw. als 5er-, 7er- oder 10er-Bembel. Was soviel bedeutet, daß fünf, sieben oder 10 0,3 l-Schoppe hineinpassen. Traditionell werden Bembel im Kannebäckerland (Westerwald) hergestellt und halten bei sorgsamer Behandlung einige zig Jahre. Vorteil für Gäste und Service: Der Apfelwein bleibt stets kühl und der Kellner muß nicht soviel rennen.